Lerne jeden Tag :)
2500+ Menschen bekommen regelmäßig meinen Newsletter und profitieren kostenlos von meinem neusten Wissen und Erkenntnissen!
- 29. Mai
Warum dieser Muskel deinen Körper festhält
- Victor Grunack
Ich erinnere mich noch gut an meine Anfangszeit im Fitnessstudio.
Das Gym hat mir mehr gegeben als nur Muskeln. Es hat mir Struktur gegeben. Routine. Selbstvertrauen.
Und vielleicht zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mein Leben aktiv verändern kann.
Dass wenn ich bereit bin, Zeit und Energie in etwas zu investieren, ich Dinge erreichen kann, die vorher unerreichbar gewirkt haben.
Damals war ich fünfmal pro Woche trainieren und mindestens zweimal wöchentlich stand Oberkörpertraining auf dem Plan.
Vor allem ein Muskel hatte es mir angetan:
Der Latissimus Dorsi.
Und wenn ich ehrlich bin, war der Grund dafür ziemlich simpel.
Ein breiter Rücken sieht gut aus.
Er wirkt stark, athletisch und maskulin. Genau das wollte ich damals erreichen.
Was ich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht verstanden hatte:
Ein Muskel ist nicht automatisch gesund, nur weil er ästhetisch aussieht.
Und genau hier beginnt das eigentliche Problem.
Der Latissimus ist einer der größten Muskeln des menschlichen Körpers.
Er zieht vom Becken und der thorakolumbalen Faszie über den gesamten Rücken bis hoch zum Oberarmknochen.
Dadurch verbindet er Becken, Brustkorb, Wirbelsäule und Schulter miteinander.
Und genau deshalb hat er einen enormen Einfluss auf unsere gesamte Körpermechanik.
Das Problem ist nicht einfach nur zu viel Rückentraining.
Das eigentliche Problem entsteht dann, wenn dieser Muskel dauerhaft in einer verkürzten Position festhängt.
Und das passiert heutzutage erstaunlich häufig.
Auch bei Menschen, die niemals bewusst ihren Rücken trainieren.
Sitzen.
Stress.
Flache Atmung.
Zu wenig Rotation.
Zu wenig echte Bewegung.
All das führt dazu, dass der Körper langsam in Spannungsmuster hineinrutscht.
Der Latissimus wird dabei fast wie eine Art zu enges Oberteil.
Stell dir vor, du würdest versuchen tief einzuatmen, während jemand permanent Spannung auf deinen Brustkorb ausübt.
Genau so fühlen sich viele Menschen.
Biomechanisch wird es jetzt spannend.
Dadurch, dass der Latissimus bis zum Oberarm zieht, bringt er den Arm bei Überaktivität häufig in Innenrotation und Extension.
Die Schultern rotieren dadurch eher nach innen und werden gleichzeitig leicht nach hinten gezogen.
Zusätzlich verbindet der Muskel den Oberkörper mit dem Becken.
Dadurch wird oft eine verstärkte Lordose begünstigt, also ein nach vorne gekipptes Becken beziehungsweise ein Hohlkreuz.
Und genau hier beginnt eine ganze Kaskade an Problemen.
Wenn sich das Becken nach vorne orientiert und der Brustkorb gleichzeitig nicht mehr optimal expandieren kann, arbeiten Zwerchfell und Beckenboden nicht mehr sauber zusammen.
Der intraabdominale Druck verändert sich.
Und das beeinflusst nicht nur die Haltung.
Es beeinflusst Atmung, Gangmechanik, Schulterbeweglichkeit, Nacken, Kiefer, Regeneration und letztlich auch das Nervensystem.
Viele Menschen versuchen dann ihre Symptome lokal zu lösen.
Sie dehnen den Nacken.
Sie massieren den Rücken.
Sie knacken die Brustwirbelsäule.
Doch die eigentliche Spannungskette bleibt bestehen.
Vor allem deshalb, weil der Latissimus auch starken Einfluss auf die thorakolumbale Faszie hat.
Diese große Sehnenplatte speichert Kräfte, überträgt Rotation und hilft uns überhaupt effizient zu gehen und uns fortzubewegen.
Wenn dieses gesamte Areal dauerhaft komprimiert und fest ist, verliert der Körper einen Teil seiner natürlichen Elastizität.
Und genau deshalb geht es nicht einfach darum, Muskeln zu entspannen.
Es geht darum, dem Körper wieder Länge, Expansion und Rotation zurückzugeben.
Vor allem auf Atemebene.
Deshalb arbeite ich mittlerweile bei vielen Menschen zuerst daran, den Brustkorb wieder expandieren zu lassen und dem Latissimus seine exzentrische, verlängerte Position zurückzugeben.
Tiefe entspannte Atemzüge in einer guten Beckenposition können hier erstaunlich viel verändern.
Vor allem dann, wenn man beginnt die seitlichen Rippenbereiche wieder mit Luft zu füllen.
Denn genau diese Bereiche sind bei vielen Menschen dauerhaft komprimiert.
Schulterinnenrotation und kompensatorische Spannung
Wenn der Latissimus dauerhaft dominant ist, sieht man häufig ähnliche Muster:
• Innenrotierte Schultern
• Eingeschränkte Außenrotation
• Abgesenktes Brustbein
• Leichte Kyphose
• Kopf nach vorne geschoben
• Verspannter Nacken
• Eingeschränkte Atmung
Der Körper versucht permanent diese Innenrotation zu kompensieren.
Deshalb ist es so wichtig, nach der Entspannung des Latissimus den Oberkörper wieder sauber mit dem Becken zu synchronisieren.
Erst wenn wir unseren gesamten Körper wieder elongieren können und unseren Körper effizient gegen die Schwerkraft organisieren können, werden Schmerzen nachhaltig verschwinden.
Dafü
Dafür ist es häufig notwendig, große oberflächliche Muskeln wie den Latissimus zu inhibieren beziehungsweise ihre Dominanz zu reduzieren.
Eine der effektivsten Übungen dafür findest du hier:
Bei dieser Übung geht es darum, die rechte Brustkorbseite wieder mit Luft zu füllen, den Zwischenrippenraum zu expandieren und komprimierte Strukturen wieder zu öffnen.
Mache davon drei Sätze pro Seite mit jeweils acht langsamen und entspannten Atemzügen.
Klicke hier für die Übungsanleitung.
Danach empfehle ich direkt diese Übung:
Diese Übung war für mich persönlich ein absoluter Gamechanger.
Vor allem in Kombination mit der ersten.
Klicke hier für die Übungsanleitung.
Wichtig ist dabei:
Die Qualität der Atmung entscheidet alles.
Langsame Ausatmung.
Keine Spannung im Hals.
Kein Hochziehen der Schultern.
Kein aggressives Anspannen der Bauchmuskulatur.
Sondern echte Expansion.
Wenn du kein Miniband hast, ist das zunächst kein Problem.
Langfristig lohnt sich die Anschaffung jedoch definitiv.
Mache auch hier drei Sätze mit jeweils acht langsamen Atemzügen.
Falls Yoga Blöcke nicht vorhanden sind, nimm Bücher oder lasse sie weg.
Probiere dich Stück für Stück an diese Übung heranzutasten. Sie ist riesig.
Wenn du beide Übungen konsequent und sauber für 4 Wochen morgens und abends ausführst, wirst du merken:
• Dein Gang verändert sich
• Dein Körper fühlt sich leichter an
• Deine Schultern bewegen sich freier
• Dein Nacken entspannt sich
• Deine Atmung wird ruhiger
• Beschwerden beginnen sich zu verändern
Das Fußfundament
Genau aus diesem Grund arbeite ich seit Monaten an meinem bisher größten Projekt.
Denn je länger ich mit Menschen arbeite, desto mehr wird mir klar, dass viele Probleme nicht dort entstehen, wo wir sie spüren.
Ein verspannter Nacken ist selten nur ein Nackenproblem.
Ein verspannter Rücken ist selten nur ein Rückenproblem.
Und ein überaktiver Latissimus ist oft ebenfalls nicht die Ursache, sondern die Konsequenz eines Körpers, der an anderer Stelle Stabilität verloren hat.
Besonders häufig sehe ich das am Fuß.
Viele Menschen besitzen heute keinen beweglichen, anpassungsfähigen Fuß mehr, sondern einen Fuß, der starr und rigide geworden ist. Einen Fuß, der keine Rotation mehr zulässt, keine Spannung mehr speichern und wieder freigeben kann und dadurch seine eigentliche Aufgabe verliert.
Der Körper ist jedoch unglaublich intelligent.
Wenn der Fuß seine Arbeit nicht mehr richtig erledigt, muss jemand anderes einspringen.
Oft übernehmen dann große oberflächliche Muskeln diese Aufgabe.
Der Latissimus ist einer davon.
Er macht sich fest, um Stabilität zu erzeugen, die der Körper weiter unten nicht mehr findet.
Deshalb bringt es häufig wenig, den Latissimus nur zu dehnen oder zu massieren.
Die eigentliche Frage lautet:
Warum musste er überhaupt fest werden?
Genau deshalb beginnt nachhaltige Veränderung für mich fast immer beim Fundament des Körpers.
Beim Fuß.
Aus dieser Überzeugung heraus ist in den letzten Monaten mein neues Projekt entstanden: Das Fußfundament.
Das Ziel dabei ist nicht einfach nur Übungen zu zeigen.
Das Ziel ist es, den Körper von unten nach oben wieder besser zu organisieren.
Den Fuß wieder mit dem Boden zu verbinden.
Die Beinachse zu stabilisieren.
Rotation zurückzubringen.
Den Brustkorb zu öffnen.
Und dadurch den gesamten Oberkörper zu entlasten.
Für dieses Projekt habe ich über 25 Videos komplett neu aufgenommen und ehrlich gesagt sind einige Inhalte darin wahrscheinlich die wichtigsten, die ich bisher veröffentlicht habe.
Besonders wichtig war mir dabei, dass nicht jeder dieselben Übungen bekommt.
Denn nicht jeder Körper funktioniert gleich.
Deshalb beinhaltet das E-Book zusätzlich ein Selbstassessment, mit dem du herausfinden kannst, zu welcher Seite dein Körper eher lateralisiert beziehungsweise asymmetrisch organisiert ist.
Auf dieser Grundlage kannst du deutlich gezielter arbeiten, anstatt einfach irgendwelche Übungen aus dem Internet auszuprobieren.
Dieses Projekt war in den letzten Monaten mein absoluter Hauptfokus und ich freue mich unglaublich darauf, es bald mit euch zu teilen.
Wie immer wird es zum Start einen 24-Stunden-Early-Bird-Rabatt geben.
Wenn du darüber informiert werden möchtest, achte in den nächsten Wochen auf deine E-Mails.
Ich hoffe wie immer von Herzen, dass dir dieser Blog geholfen hat.
Alles Gute
Victor